14. November 2015

REZENSION || "DER SOMMER, IN DEM ES ZU SCHNEIEN BEGANN" ~ LUCY CLARKE

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MUSIK ZUM BUCH

INHALT
Abrupter kann das Schicksal kaum zuschlagen: Als Eva nur wenige Monate nach der Hochzeit ihren Mann durch einen Unfall auf See verliert, erstarrt sie vor Schmerz. Ihr gerade erst begonnenes Leben als glückliche Ehefrau soll schon zu Ende sein? Eva fühlt sich völlig allein in ihrer Trauer und reist nach Tasmanien, um Trost bei Jacksons Angehörigen zu finden. Doch so bezaubernd die australische Insel ist, so abweisend verhält sich Jacksons Familie. Warum nur wollen sein Vater und sein Bruder partout nicht über ihn sprechen? Auf Eva warten schockierende Wahrheiten, die sie zu einem schicksalhaften Sommer in der Vergangenheit führen - dem Sommer, in dem es zu schneien begann.

ERSTER SATZ
Jackson zieht sich die Mütze über die Ohren und wirft noch einen Blick auf Eva, die sich im Bett zusammengerollt hat, die Bettdecke unter das Kinn gestopft.  

AUTORIN
Lucy Clarke studierte englische Literatur an der Universität von Cardiff und lebt heute mit Mann und Kind in Bournemouth. Sie ist passionierte Tagebuchschreiberin und mit einem professionellen Windsurfer verheiratet, mit dem sie ihre Liebe zum Meer und zum Reisen teilt. 
 Das hatte sie über Trauer mittlerweile gelernt: Es gibt kein verlässliches Muster, und es wird auch nicht schrittweise besser. Die Trauer verändert sich vollkommen willkürlich. 
Sie wächst und schrumpft in Wellen und überfällt einen ständig aus dem Hinterhalt.
Als ich dieses Buch zum ersten Mal gesehen habe, wusste ich sofort, dass es einfach in mein Regal gehörte. Die Geschichte klingt sehr interessant, das wunderschöne Cover dazu gab mir den Rest. Als es bei mir zuhause ankam, habe ich mich gefreut wie ein kleines Kind. Leider hat der böse, böse Postbote es in den Briefkasten zu stopfen versucht und eine Ecke total kaputt gemacht. Dann hat meine Mama sich das Buch geschnappt und ganz viele Leserillen reingemacht. Jetzt ist "Der Sommer, in dem es zu schneien begann" ein Buch mit deutlichen Benutzungsspuren.

Lucy Clarke erzählt in ihrem Roman die Geschichte von Eva, die früh erfahren muss, wie es sich anfühlt, den eigenen Ehemann zu verlieren. Eine Erfahrung, die man niemandem wünscht. Eva macht sich auf den Weg in die Heimat ihres verstorbenen Ehemanns Jacksons. Doch dort warten dunkle Geheimnisse auf sie. Was mich von Anfang an begeistert hat waren die wunderschönen Beschreibungen vom Meer, den Wellen und der Natur an sich. Doch leider fand ich den Schreibstil trotzdem sehr schwierig. Präsens ist meiner Meinung nach immer ein bisschen schwieriger umzusetzen als Vergangenheit, doch gerade wenn nicht aus der Ich-Perspektive erzählt wird, wirkt es oft sehr abgehackt. Leider bekam ich das im Buch oft zu süren. Eva tut das, dann tut sie jenes. Sie macht dies. Auf Dauer wurde das sehr anstrengend und ich brauchte relativ lange, um in die Geschichte reinzukommen.

Als ich dann jedoch in der Geschichte drin war, versank ich förmlich darin. Es war sehr spannend, von Evas Vergangenheit zu lesen, zu verstehen, was Eva ausmacht und verletzt. Ihre Reise durch Tasmanien ist schicksalhaft und sie trifft einige Entscheidungen aus dem Bauch heraus. Leider bin ich mit Eva einfach nicht warm geworden, da sie ihre Entscheidungen manchmal sehr übereilt trifft und ich als Leser an manchen Stellen einfach überfordert war. 

Die Geschichte an sich mochte ich sehr gerne, auch wenn ich ehrlich sagen muss, dass sie teilweise sehr klischeebehaftet ist und ich von Anfang an im Prinzip geahnt hatte, wie das Buch ausgeht. Während der Einstieg wirklich sehr beschwerlich war, versank ich ab der Mitte in dem Buch und konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Meiner Mama, die das Buch in unserem Urlaub im Sommer gelesen hat, ging es nicht anders. In jeder freien Sekunde sah man sie plötzlich mit dem Buch in der Hand. Das Ende ist wenig überraschend, wenn auch relativ offen.

"Der Sommer, in dem es zu schneien begann" hat definitiv sehr viel Potenzial, das zum Teil auch ausgeschöpft wurde. Durch den Schreibstil schien die Geschichte manchmal sehr kühl, mit Protagonistin Eva kam ich oftmals nicht ganz klar. Und doch war es die perfekte Geschichte für einen regnerischen Herbsttag - Man kuschelt sich in seine Decke und gibt sich der Welt von Tasmanien hin.

TITEL - 2 | 2 Punkte
COVER - 3 | 3 Punkte
INHALTSANGABE - 4 | 4 Punkte
IDEE / THEMA - 4 | 4 Punkte
UMSETZUNG - 3 | 4 Punkte
SCHREIBSTIL - 3 | 5 Punkte
CHARAKTERE - 1 | 3 Punkte
Einsamkeit hat nicht in erster Linie mit abgelegenen Orten oder Mangel an Kontakten zu tun - es ist eher das Gefühl, das etwas aus dir herausgeschnitten wird.
20 | 25 Punkte  ~  Wunderschöne Geschichte und eine tolle Umsetzung der Grundidee.

 VIELEN DANK AN PIPER FÜR DAS REZENSIONSEXEMPLAR!

Kommentare:

  1. Ich liebe deine Rezis! Ich brauche dieses Buch unbedingt, es hört sich einfach so toll an!

    Liebe Grüße
    Mila

    P.S.: "Musik zum Buch" ist toll! Vor allem, wenn ich die Musik am Anfang anstelle, läuft sie einfach und wenn ich mit dem Lesen deiner Rezension fertig bin, ist das Lied auch aus :)

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    1. Hei c:
      Vielen, vielen Dank! Das ist superlieb von dir!
      Das Buch ist aber auch einen Platz auf der Wunschliste wert :)

      Ganz viele liebe Grüße an dich zurück ☼♥
      P.S. Die Kategorie habe ich von der lieben Hannah geklaut ;)
      Schau doch mal bei ihr vorbei wenn du sie noch nicht kennst: http://booksofdandelion.blogspot.de

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    2. Gerne ;) Immer, wenn ich eine Rezi von dir lese, denke ich an meine eigenen -->"Die müssten dringend auch mal verändert werden..." :D

      Die kenne ich tatsächlich noch nicht :)

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  2. Ich bin auch ein totaler Lesefreak und leser derzeit den vierten Band von Selection. So gut!! Schöne Rezension! Buch ist notiert :))

    Liebste Grüße aus Hamburg
    Jenny von BLOND GIRL

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  3. Hallo! Deine Rezension ist wirklich toll - sehr einfallsreich. Ich habe das Buch schon gelesen und fand es ziemlich gut. Allerdings mit einigen Abstrichen... Trotzdem sollte man sich die Geschichte nicht entgehen lassen. Liebe Grüße, Corinna

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