3. Mai 2015

Rezension "Vielleicht mag ich dich morgen" || Mhairi McFarlane


Wiedersehen macht nicht immer Freude. Schon gar nicht Anna, die nach 16 Jahren beim Klassentreffen mit genau jenem Typen konfrontiert wird, der ihr damals den Schulalltag zur Hölle machte. Damals, als sie noch die ängstliche, pummelige und so gern gehänselte Aureliana war. Wie wenig sie heute als schöne und begehrenswerte Frau mit dem Mädchen von einst gemein hat, wird klar, als James sie nicht erkennt. Er ist fasziniert von der schönen Unbekannten. Anna kann es kaum glauben und wittert ihre Chance: Endlich kann sie ihm alles heimzahlen. Beide ahnen nicht, wie sehr sie das Leben des anderen noch verändern werden. Nicht heute. Aber vielleicht morgen.
Anna trat aus der frostigen Herbstluft in das überfüllte dampfig-warme Restaurant.


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Vielen Dank für dieses tolle Rezensionsexemplar!

"Was ist schon wahr an der Liebe?"
Der Titel "Vielleicht mag ich dich morgen" gefällt mir ganz gut. Ich hätte es schöner gefunden, wäre er so explizit im Buch vorhanden gewesen, zum Beispiel als Ausruf von Anna alias Aureliana. Dennoch ist es ein durchaus gelungener Titel, der mich auf jeden Fall anspricht.
1,5 | 2 Punkte
Das Cover finde ich sehr gelungen! Es ist so fröhlich, so sommerlich. Die frühlingshaften Farben blau und grün wurden wirklich schön miteinander verarbeitet. Auch die zwei Personen, die Anna und James darstellen, finde ich sehr passend. Man kann sie sich gut vorstellen, da ihre Gesichter nicht zu sehen sind. Mir gefällt das Cover, weil es auf eine sehr spielerische Art den Frühling einziehen lässt.
3 | 3 Punkte
 Die Inhaltsangabe ist zwar sehr schön formuliert, allerdings finde ich etwas schade, dass sie nicht ganz angepasst ist. Anna wittert beim Klassentreffen nämlich nicht ihre Chance, sondern haut ab. Und auch James ist nicht wirklich begeistert von Anna, sondern eher Laurence, sein langjähriger Freund. Bei der Inhaltsangabe rechnet man mit einem sehr hinterlistigen Verhalten von Anna, doch sie legt kein einziges Mal sehr egoistisches Verhalten an den Tag, wie ich finde. Sie ist sogar ziemlich nett zu James, betrachtet man die schrecklichen Dinge, die er ihr angetan hat. Aber dennoch beschreibt die Inhaltsangabe sehr treffend die Verwandlung von Aureliana zu Anna.
2 | 4 Punkte
Die Idee des Buches finde ich sehr witzig, auch wenn sie das für betreffende Personen sicher nicht ist. Die pummelige Aureliana wird als Schülerin sehr stark gemobbt - und nimmt nach ihrer Schulzeit stark ab. Bei einem Klassentreffen 16 Jahre später erkennt sie niemand mehr wieder. Aureliana trifft auf James, ihren langjährigen Schwarm, der sie damals am meisten gedemütigt hat. Dass sie bald auch geschäftlich mit ihm zu tun hat ... Damit rechnet wohl keiner der beiden. Das Thema, das durch die beiden angesprochen wird ist auf der einen Seite Mobbing und seine Folgen, natürlich aber auch eine Freundschafts- und Liebesgeschichte. Die Kombination dieser verschiedenen Themen, die allesamt ihre eigene Geschichte erzählen, ist beeindruckend und sehr vielschichtig.
4 | 4 Punkte
Die Umsetzung der Idee war mir persönlich etwas zu langatmig. Einige Stellen im Roman hätte man sich wirklich sparen können. Ich fand die Geschichte und ihre Bausteine zwar gut, jedoch viel zu ausgeschlachtet. Es ist nicht so, dass ich mich auf den Seiten gequält habe, nein. Ganz im Gegenteil: Ich mochte jedes einzelne Wort dieses Romans. Und doch war ich ab und an recht gelangweilt, weil die Handlung einfach nicht voranging. Nach einer gewissen Weile hat mich das auch ein wenig genervt.
2 | 4 Punkte
 
Den Schreibstil von Mhairi McFarlane mochte ich sehr gerne. Sie schreibt nicht besonders umschweifend, sondern sehr sachlich. Aber ab und an konnte ich mir ein Lachen einfach nicht verkneifen, was auch an Anna und ihrer teilweise vorherschenden Selbstironie lag. Manchmal hatte ich das starke Gefühl, die Autorin hatte Mühe, einen Roman mit so vielen Seiten zu schreiben. Doch es gab auch Stellen, an denen ich das Gefühl hatte, dass die Autorin sehr viel Spaß beim Schreiben hatte. Wie auch imme. Ich empfand den Schreibstil als sehr angenehm, aber nicht als etwas ganz Besonderes.
 3,5 | 5 Punkte
Anna und James waren mir beide sehr sympathisch. Bei Anna hatte ich das Gefühl, dass sie die Vergangenheit zwar auf irgendeine Weise abgehackt, aber dennoch noch nicht ganz überwunden hat und sich an alten Dingen wie beispielsweise ihren Tagebüchern festklammert. James dagegen war mir ganz zu Anfang sehr unsympathisch, was an seiner Handlungsweise als Teenager lag. Doch im Laufe des Romans bemerkt man, dass James sich verändert hat und das ihm die Vergangenheit sehr leid tut. Das finde ich sehr schön. Man erfährt viel über die Familie von Anna, von James jedoch kaum etwas. Die Nebencharaktere wie beispielsweise Michelle, Aggy oder Patrick fand ich sehr sympathisch und angenehm. Allerdings war Anna in Sachen Patrick wirklich ein wenig blind. Da hätte sie seine Zeichen wohl besser empfangen müssen. Außerdem waren mir Anna, James und ihre Handlungen manchmal zu kindisch.
2 | 3 Punkte
Mhairi McFarlane wurde 1976 in Schottland geboren. Ihre geographischen Lebensdaten in Kurzform lauten Falkirk – Afrika – Milton Keynes – Nottingham und entsprechen in etwa dem Weg, den ein Designerkleidungsstück zurücklegt, bevor es in einem Laden zur Ruhe kommt. Mhairis Ruhepol ist in Nottingham, wo sie mit einem Mann und einer Katze lebt. Ihr erster Roman "Wir in drei Worten" eroberte sofort die Bestsellerlisten, darauf folgte "Vielleicht mag ich dich morgen".
Das Buch "Vielleicht mag ich dich morgen" erreichte mich sehr überraschend. Es war einfach da. Dennoch habe ich mich sehr gefreut, es lesen zu dürfen. Im Nachhinein bin ich sogar noch dankbar, dass mir der Verlag das Buch einfach zugeschickt hat, da ich wahrscheinlich alleine nicht auf dieses tolle Buch aufmerksam geworden wäre, da ich immer dachte, dass ich mich in erwachsene Charaktere wohl nicht so gut hineinversetzen kann. Doch weit gefehlt! Dadurch, dass auch die Vergangenheit eine große Rolle spielt, ging das sogar außergewöhnlich gut. Die Charaktere waren aber auch manchmal sehr zickig, sodass das Gefühl aufkam, dass sie streitende Kinder seien. Aber das Buch hat mir trotzdem sehr gut gefallen. Die Idee zum Buch ist jedenfalls sehr gut, sie stimmt einen sehr nachdenklich. Auch hat das Buch Wendungen, mit denen man nicht rechnet. Ich lege euch das Buch sehr ans Herz, da man merkt, wieviel Liebe darin steckt. Auch die Charaktere waren schlicht und ergreifend toll und sehr vielschichtig gestrickt.

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Droemer Knaur
für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars.

http://www.bic-media.com/mobile/mobileWidget-jqm1.4.html?bgcolor=000000&layout=singlepage&layoutPopUp=doublepage&jumpTo=book&lang=de&isbn=9783426516478
"Wenn Leute wie er ihren Charme spielen lassen, führen sie normalerweise etwas im Schilde.
 Und zwar etwas, das du erst sehr viel später herausfindest."

19  | 25 Punkte  ~  Eine vielschichtige Geschichte, die auf einer sehr interessanten Idee aufbaut.

Kommentare:

  1. Hallöchen,
    hach wie schön, endlich mal eine sehr positive Rezension zu diesem Buch. Ich habe bereits das erste Buch der Autorin gelesen und fand das leider sehr enttäuschend (Wir in drei Worten), wahrscheinlich auch, weil ich mir von dem Buch sehr viel erhofft hatte. Als mich nun ebenfalls das Buch überraschend erreichte, war ich erst ein bisschen skeptisch. Will ich das wirklich lesen? Einige Rezensionen sagten mir schon, dass ich es vielleicht lieber lassen sollte.. aber deine scheint wirklich äußerst positiv. Ich werde dem Buch auf jeden Fall eine Chance geben!

    Danke!

    Liebst, Lotta

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    1. Hei c:
      Danke dir! Ich habe mir überlegt "Wir in drei Worten" zu kaufen. Schade, dass du nicht so begeistert warst. Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar bekommen, ohne es angefragt zu haben. Sonst hätte ich es eher nicht gelesen. Auch wenn es nicht ganz meinen Geschmack getroffen hat, war es in Ordnung und netter Lesestoff für Zwischendurch. Du kannst ja mal durch die Leseprobe querbeet lesen und schauen, ob es was für dich ist ♥
      Ich habe zu danken!

      Ganz viele liebe Grüße ☼

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