3. April 2015

Rezension "Amy & Matthew" || Cammie McGovern

Seitenanzahl: 352
Preis: 14, 99 €
Inhaltsangabe: Die 17-jährige Amy ist ein besonderes Mädchen. Sie kann nicht sprechen und nicht ohne Hilfe laufen. Aber sie ist unglaublich klug und wahnsinnig hübsch – zumindest in den Augen ihres Klassenkameraden Matthew, der auch nicht so ist wie die anderen. Vor allem mit Nähe hat Matthew ein Problem. Doch genau die sucht Amy, die genug davon hat, wie ein rohes Ei behandelt zu werden. Im letzten Jahr der Highschool beschließt sie, dass das Leben jetzt beginnen muss. Und sie verliebt sich in den sensiblen Matthew. Dann aber begeht sie auf dem Abschlussball einen verhängnisvollen Fehler und verletzt Matthew zutiefst. Wird er ihr verzeihen?
Erster Satz: Amys E-Mails setzten Ende Juli ein und kamen dann den ganzen Sommer hindurch.

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Vielen Dank für dieses tolle Rezensionsexemplar!

"Anstelle von Schönheit besitze ich ein Gesicht, um das mich niemand beneidet, und einen Körper, in dem niemand freiwillig wohnen will. (...) In einem Körper zu leben, der meine Möglichkeiten einschränkt, bedeutet, dass ich kein Opfer der Mode oder des gesellschaftlichen Drucks bin, denn in der heutigen Kultur gibt es keinen Platz für mich."
   ~ Seite 24

Der Titel "Amy & Matthew" gefällt mir nicht. Es gibt viele Bücher, die nach ihren Protagonsiten benannt werden. Und manchmal kann das gutgehen. Wie zum Beispiel bei "Eleanor & Park", was daran liegt, dass diese Namen außergewöhnlich sind. Die Namen "Amy" und "Matthew" gibt es dagegen wie Sand am Meer. Wenn wir ehrlich sind, gibt es ein paar Bücher, in denen diese Namen auftauchen. Gott sei Dank gibt es einen Untertitel, der mir dann schon besser gefällt. "Was ist schon normal?" hat eine Botschaft. Es hat mich zum Nachdenken gebracht. Meinetwegen hätte das Buch einfach nur so heißen können. Wer weiß, vielleicht hätte es dann volle Punktzahl gegeben.
1/2 Punkte

Das Cover gefällt mir ebenfalls nicht. Ich weiß nicht warum, aber ich mag es einfach nicht. Die abgebildeten Personen habe ich mir anders vorgestellt. Und ich finde auch, dass die "Position" nicht passend gewählt ist. An keiner Stelle im Buch gibt es eine Stelle, an der sie sich so berühren. Ohne zu viel verraten zu wollen, kann man sagen, dass die Geschichte anfangs nicht auf eine Romanze zusteuert. Die Schriftart finde ich eigentlich gut, nur die Farben nicht wirklich stimmig.
1/3 Punkte 

Die Inhaltsangabe finde ich sehr gelungen und gut auf den Punkt gebracht. Gerade der letzte Teil baut meiner Meinung nach Spannung auf. Die Inhaltsangabe war es auch, die mich zum Lesen des Buchs animiert hat. Das Thema hat mich sehr angesprochen, da es nicht nach einer 08/15-Liebesgeschichte klang, sondern nach etwas ganz Besonderem. Ich wurde nicht enttäuscht. 
3/4 Punkte 

Die Idee des Buches fand ich einfach nur genial. Ich war sehr interessiert daran, mehr über Amys Krankheit zu erfahren, über das Leben von Matthew und natürlich war ich gespannt auf die Liebesgeschichte, die sich laut Inhaltsangabe zwischen den beiden entwickelt. Die Idee hatte mich von der ersten Seite an fest in seinen Händen. Die Idee hat meiner Meinung nach unheimlich viel Potenzial und ich hatte die Hoffnung, dass die Umsetzung genauso gut gelingen würde.
4/4 Punkte

Mit der Umsetzung des Romans sind wir nun an einer Stelle angelangt, an der ich einfach nur den Kopf schütteln kann. Ich habe in der Geschiche so unendlich viel Potenzial gesehen. Und dann wird mir eine so enttäuschende Umsetzung vorgeworfen. Das Buch beginnt mit einigen E-Mails, die Amy und Matthew sich gegenseitig schicken. Ich war etwas verwundert. Doch das zweite Kapitel ging ganz normal weiter, ohne Mails. Zwischendurch kann man immer mal wieder den ein oder anderen Text von Amy lesen, was mir gut gefiel. Da Amy nicht selbstständig sprechen kann, benutzt sie einen Sprachcomputer, der mich dermaßen aufgeregt hat! Alles was dieser Computer sagt, ist GROßGESCHRIEBEN. Das hat mich einfach nur extremst genervt. Man muss wissen, dass Amy nicht unbedingt wenig sagt und es irgendwie schon nervt, bei jedem zweiten Satz sein Gehirn "umzuschalten". 
1/4 Punkte

Legen wir los mit etwas positivem: Wann immer ein Brief, eine E-Mail, ein Aufsatz oder was auch immer von Amy im Buch auftauchte, hatte ich das Gefühl, Amy zu kennen und ihr nahe zu sein. Das gesamte restliche Buch leider nicht. Der Schreibstil ist irgendwie fern. Als würde ein Außenstehender recht emotionslos beschreiben, was vor sich geht. Er kennt Amy und Matthew gleichermaßen, redet zuerst von ihr, dann ihm und schließlich wieder ihr. Das ist meiner Meinung nach nicht direkt verwirrend, aber hat dazu geführt, dass ich mich nur mit viel Vorstellungskraft in die Geschichte einfühlen konnte. Das lag jedoch nur daran, dass ich es wirklich wollte und ehrlich gesagt nicht am Schreibstil. Ich war wirklich sehr enttäuscht, da man die Kapitel auch hätte aufteilen können oder meinetwegen auch nicht, aber wenigstens abwechelnd erzählend und nicht so wild herumspringend.  Teilweise gab es schöne Stellen, aber dann hatte ich das Gefühl, wieder einem emotionslosen Geist beim Erzählen zuzuhören. 
2/5 Punkte

Ich liebe Amy und ich liebe Matthew. Dass ich sie nicht zu hundert Prozent kennenlernen durfte, schiebe ich jetzt einfach mal auf Umsetzung und Schreibstil. Denn ansonsten habe ich kaum etwas an den beiden auszusetzen. Sie sind sofort sympathisch und jeder hat eine eigene Geschichte; ist auf seine eigene Art und Weise hervorgehoben und ausgearbeitet. Jeder der beiden lebt sein Leben, bis die beiden Leben sich schneiden und die beiden erkennen, dass sie vielleicht zusammen gehören, auf eine Art und Weise, die sie beide niemals hätten erahnen können. Manchmal hätte ich mir aber dennoch etwas mehr gewünscht. Zum Beispiel eine nähere Erklärung zu Amys Krankheit.
2/3 Punkte

Cammie McGovern hat bereits Kurzgeschichten und drei Romane für Erwachsene geschrieben, die mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurden. "Amy & Matthew" ist ihr erstes Jugendbuch. Die Autorin ist Mitbegründerin von Whole Children, eine Organisation, die Kinder mit einer Behinderung im Alltag unterstützt. Cammie McGovern lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in Amherst, Massachusetts.

 In dem Jugendbuch "Amy & Matthew" habe ich unheimlich viel Potenzial gesehen. Das Thema ist heikel, spricht mich jedoch total an. Ich lese sehr gerne solche Geschichten und hatte eigentlich recht normale Erwartungen an das Buch, da ich vorher noch nichts darüber gehört hatte. Auf der Suche nach jemandem, der es bereits rezensiert hat, stieß ich auf eine Rezension, bei der drei von zehn Punkten vergeben wurden. Das fand ich dann doch überraschend. Doch da hatte ich mit dem Roman erst angefangen und wusste nicht, dass er mich so enttäuschen würde. Mit vierzehn Punkten liegt "Amy & Matthew" keineswegs in einem schlechten Bereich, eher noch in dem, in dem mir ein Buch sehr gut gefallen hat. Das lag daran, dass mich die Charaktere und die Idee der Geschichte mich überzuegn konnten. Negativ aufgefallen ist mir der Schreibstil und die wirklich schlechte Umsetzung. Schade, daraus hätte man so viel mehr machen können. 

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Heyne fliegt
für die Zustellung dieses Rezensionsexemplares!


"In der Stille, in der Amy den Großteil ihrer Tage verbrachte, erkannte sie, dass manche Dinge umso schlimmer wurden, je mehr man darüber sprach."
~ Seite 108

14/25 Punkte - Eine geniale Idee, dessen Potenzial leider überhaupt nicht ausgeschöpft wurde.


Kommentare:

  1. Hallöchen :D

    Das Buch kling für mich wirklich richtig interessant :D
    Ich hab dich übrigens für den Wandertag getaggt. Es würde mich riesig freuen, wenn du da mitmachen würdest: http://maddiesdreamofwonder.blogspot.de/2015/04/tag-wandertag.html

    Ganz liebe Grüße
    Maddie

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    1. Hey ☼

      Dankeschön! Ich denke, dass ich in den nächsten Wochen bestimmt Zeit finde und den Tag einschieben kann!
      Ich sag dir dann Bescheid ♥

      Ganz viele liebe Grüße zurück!

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  2. Dein Kommentar hat mich echt gefreut :))
    Vielen vielen Lieben Dank.
    Werde dir auch folgen.
    LG
    Celine von http://takeariskforthis.blogspot.de

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    1. Dankeschön!

      Liebe Grüße zurück ☼♥

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  3. Hallöchen,
    das Buch wollte ich eigentlich auch lesen, aber irgendwie klingt es ja nicht ganz so prall. Ich werde mal noch ein paar Meinungen abwarten, aber ich glaube irgendwie nicht, dass es den Weg in mein Bücherregal finden wird. Ich finde Jugendbücher müssen einfach auch ein gewisses Maß an Pepp mitbringen.
    Nun ja.

    Liebst, Lotta

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  4. Huhu!
    Nach deinem Kommentar wollte ich mir natürlich sofort deine gesamte Meinung über das Buch durchlesen ;) Eine sehr gelungen Rezension...da sprichst mir eigentlich aus der Seele. Auch wenn ich ehrlich gestehen muss, dass ich die Charaktere nicht so sympathisch fand wie du...mit Matthew konnte ich mich zwar richtig gut anfreunden aber mit Amy überhaupt nicht. Gerade von ihr mit dem was sie ja eigentlich alles durchmachen muss, hätte ich eine tiefgründigere und irgendwie verständnisvollere Person erwartet...
    Allerliebste Grüße, Ambria ♥♥ :)

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