17. Februar 2015

Rezension "Delirium"

Autorin: Lauren Oliver
Preis: 18,90 € // Hardcover
Inhalt: Sie können Mauern bis zum Himmel bauen, und ich werde doch darüber hinwegfliegen. Sie können mich mit hunderttausend Armen festhalten, und ich werde mich doch wehren. Und es gibt viele von uns da draußen, mehr als ihr denkt. Menschen, die in einer Welt ohne Mauern leben und lieben. Menschen, die gegen Gleichgültigkeit und Zurückweisung anlieben, aller Vernunft zum Trotz und ohne Angst.
Erster Satz: "Es ist jetzt vierundsechzig Jahre her, dass der Präsident und das Konsortium die Liebe als Krankheit identifiziert haben, und vor dreiundvierzig Jahren haben die Wissenschaftler ein Heilmittel dagegen entwickelt. ."

1. Delirium
2. Pandemonium
3.Requiem

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"Ich habe die Geschichte meiner Mutter noch nie jemandem erzählt. (...) Alle um mich herum (...) wussten bereits über meine Familie und ihre schmachvollen Geheimnisse Bescheid. Deshalb sahen sie mich immer mitleidig von der Seite an. Deshalb ritt ich jahrelang auf einer Welle des Flüsterns in jedes Zimmer und wenn ich eintrat, verstummten plötzlich alle (...)." (Seite 149-150)

Der Titel gefällt mir sehr gut. Es ist die Krankheit selbst und da das Buch sich um sie dreht, ist es ein ganz direkter Titel, den man vielleicht nicht sofort versteht, wenn er einem zum ersten Mal ins Auge fällt. Jedoch macht er neugierig auf das Buch, es stellt sich die Frage, was "amor deliria nervosa" überhaupt ist.
2/2 Punkte

Das Cover ist meiner Meinung nach sehr schön. Auf den ersten Blick wirkt es wirr doch im zweiten Augenblick ist darin sehr viel Klarheit. Ein durchschnittliches Mädchen, der Blick undurchdringlich. Der Titel in geschwungener Schrift und ganz unscheinbar der Name der Autorin. Ich mag den Farbton, in dem das Cover gehalten wurde, sehr gerne. Das Wort "Liebe", das über den gesamten Buchdeckel in relativ unhandlicher Schrift geschrieben wurde, hat zunächst keine Bedeutung. Doch im Inneren verbirgt sich die Antwort, warum es unbedingt dieses Wort ist, dass so auffällig und trotzdem unscheinbar ist.
3/3 Punkte

Die Inhaltsgabeist eine der besten, die ich jemals gelesen habe. Natürlich fällt beim ersten Lesen auf, dass es sich um einen Textausschnitt aus dem Buch handelt. Das kann verwirrend sein, hier trifft es jedoch genau den Punkt, den es zu treffen gilt. Die Protagonistin schildert ihre Gefühle und macht deutlich, auf was ihre Prioritäten liegen. Sie ist bereit zu kämpfen, das merkt man. Und das regt vermutlich viele Leute an, dass Buch zu lesen: Ein Buch über ein junges Mädchen, das in einer Welt mit Mauern trotzdem beginnt zu kämpfen. Das Thema ist im Grunde sehr ernst und teilweise erschreckend realistisch, jedoch ist es ein Thema, das mich persönlich sehr anspricht.
  4/4 Punkte

Die Idee des Buches ist absolut genial. Ich habe mehrere Dystopien gelesen - ich kann nicht behaupten dass es viele sind, aber einige sind es schon - und der Auftakt der Amor-Trilogie hat mich sehr gefesselt. Andere Bücher erzählen ebenfalls die Geschichte eines Mädchens in einer Welt, in der es viele Unterdrücker gibt. Doch was Lauren Oliver für eine Idee hatte, ist für mich Neuland. Die Liebe ist mehr oder weniger verboten, Frauen und Männer leben zwar zusammen, dürfen sich aber nicht berühren, nicht mal ansehen. Es ist teilweise erschreckend, was die Bürger dieser Welt alles nicht dürfen, jedoch macht das diese Welt so interessant, dass man in dem Buch einfach nur versinken möchte.
4/4 Punkte

Es gibt Bücher, die liest man über mehrere Wochen hinweg, jeden Tag ein paar, quälende Seiten. Und dieses Buch ist das genaue Gegenteil. Die Seiten ziehen sich kein bisschen hin - sie fliegen so schnell vorbei, dass man die Seitenanzahl irgendwann nicht mehr beachtet. Lauren Oliver erzählt die packende Geschichte von Magdalena, Lena, wie sie von allen genannt wird. Lena muss, wie es in anderen Dystopien oftmals der Fall ist, keine Initiation überstehen, sie muss nicht in die Spiele ziehen. Sie ist ein ganz normales, klubes Mädchen, das, wie alle anderen in ihrem Alter, kurz vor dem Eingriff steht, der ihr Leben für immer verändern wird. Sie wird niemals von der "amor deliria nervosa" befallen werden, die Liebe ist eine Krankeit. Dass alles anders kommt als gedacht, wird im Anbetracht der Dicke des Buchs schnell klar. Einige Stellen sind langweiliger als andere, manche jedoch wunderschön. Letzteres überwiegt.
3/4 Punkte

 Der Schreibstil von Lauren Oliver gefällt mir super. Sie schreibt so, dass man einfach gepackt sein muss. Es fiel mir schwer, Zitate auszusuchen, weil ich finde, dass das gesamte Buch mit tollen Sätzen voll ist. Lenas Auftreten ist so authentisch, dass man manchmal glauben konnte, im nächsten Moment hüpft sie aus dem Buch. Lauren Oliver ist ein absolutes Schreibtalent und hätte auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit dafür verdient, wie ich finde.
  5/5 Punkte

Die Personen in "Delirium" gefallen mir sehr gut. Lena ist sympathisch, ihre Freundin Hana war nicht so meins, mit ihr hätte ich mich vermutlich nicht angefreundet. Die beiden wirken ungleich und trotzdem sind sie beste Freundinnen. Alex, der aus heiterem Himmel immer wieder auftaucht, ist ebenfalls ganz nett, ein kleiner Romantiker, wie es scheint. Alles in allem fand ich alle Personen ganz gut, die kleine Grace, genannt Gracie wuchs mir jedoch direkt in dem Satz, in dem sie zum ersten Mal erwähnt wird, ins Herz. Sie ist ein tolles Mädchen und das weiß Lena. Genauso wie ihr bewusst ist, dass Hana und Gracie die einzigen sein werden, die sie wirklich vermissen würde, sollte sie einen Ausweg finden.
2/3 Punkte

Schon als Kind hat Lauren Oliver leidenschaftlich gern Bücher gelesen und dann Fortsetzungen dazu geschrieben. Irgendwann wurden daraus ihre eigenen Geschichten. Sie hat Philosophie und Literatur studiert und kurz bei einem Verlag in New York gearbeitet. Lauren Oliver lebt in Brooklyn.

Gesamteindruck
"Delirium" ist ein grandioser Auftakt der Amor-Trilogie. Lauren Oliver schreibt packend, fast niemals langweilig. Ich bin ein großer Fan von ihr und der Idee der Amor-Trilogie geworden und werde auf jeden Fall die nächsten Bände auch lesen. Die Idee und die Umsetzung gelingen einwandfrei und dafür, dass es das zweite Buch der Aurorin ist, beneidenswert gut. Jeder, der Dystopien gerne liest, sollte sich dieser hier zuwenden; es ist eine Dystopie, die, meiner Meinung nach, zu wenig Aufmerksamkeit bekommt für das, was sie schafft. "Delirum" geht in die andere Richtung als "Tribute von Panem" oder "Die Bestimmung". Natürlich gibt es Parallelen. Doch die muss es auch irgendwie geben. Ich bin trotzdem überzeugt, dass niemand enttäuscht sein wird, "Delirum" gelesen zu haben.

"Dies wirkt wie ein Ort, an dem nichts blühen und wachsen sollte, wo die Sonne nie scheinen sollte; ein Ort am Rand, ein Ort, der vollkommen aus dem Zeit, dem Glück und dem Leben herausfällt." (Seite 319)

23/25 - Ein tolles Buch mit vielen, liebevollen Details und einer grandiosen Idee.

Kommentare:

  1. Ich hab das Buch vor 2 Jahren (?) gelesen und fand es auch richtig toll, wie die ganze Trilogie. Allerdings können Pandemonium & Requiem meiner Meinung nach nicht ansatzweise mit Delirium mithalten!
    Liebe Grüße, Bekky ♥

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  2. Ich bin auch sehr begeistert von Delirium!

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  3. Schöne Rezi! :) Ich selbst habe das Buch noch nicht gelesen, und es steht auch noch auf meiner Wunschliste :) Habe aber bereits viel positives gehört!

    Liebe Grüße, Fruitie ♥

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  4. Deine Rezi ist wirklich gut geworden :)
    Trotz ein paar Schwächen mag ich die ganze Reihe sehr gerne! Die Idee dahinter ist erschreckend und faszinierend zugleich.

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  5. Das Buch steht bei mir auch noch ungelesen im Regal. Sollte es wohl bald mal lesen. :D
    Schöne Rezi.

    Alles Liebe,
    Ellen

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